Thailand II: Traumstrände im Süden

In Krabi wurde uns als erstes das an dem Tag endende Festival empfohlen (irgendwie war dauernd Festivalzeit). Ich witterte wieder hervorragendes Essen und so zogen wir sofort los. Zur Verdauung stiegen wir zu traditioneller Livemusik beim Tanzen ein – andere Europäer oder Amerikaner habe ich vergebens gesucht. Nachdem ich mich aber aufgrund des anderen (bzw. für mich falschen) Rhythmus schnell wieder auf die Zuschauerposition verabschiedet hatte, wurde mir gleichzeitig die Handtasche einer Thai zum Halten gereicht: Sie wollte ein Tanzdate mit meiner blonden Begleiterin. Somit durfte Sophia also noch ein paar Extrarunden drehen. Am folgenden Tag fuhren wir mit dem Kajak durch einige Höhlen. Danach chillten wir in einer coolen kleinen Badebucht. Nachdem sich Sophia an dem Seil gekonnt ins Wasser fallen ließen, wollten alle anderen auch mal ran und wurden wieder Kinder- ich ganz vorn dabei.

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Zurück im Hostel erwartete mich die Nachricht, dass es mein neuer Reisepass wohl nicht rechtzeitig nach Kuala Lumpur schaffen würde. Ich habe deshalb in der letzten Wochen zig Mails geschrieben und hoffe, dass der Pass jetzt nach Neuseeland geschickt wird und ich dort mit einem Touristenvisum einreisen und mir nach Abholung des neuen Passes bei der deutschen Botschaft ein Work and Travel Visum besorgen kann. Ab und an ist man auf so einer Reise gezwungen, spontan und flexibel zu sein. Ich habe danach gleich meine weiteren Flüge gebucht. Nach Kuala Lumpur geht es für drei Tage nach Singapur und danach auf die indonesische Insel Sumatra. Dort sollen sich angeblich sehr selten Touristen verlaufen – das ist das, was ich nach dem Süden Thailands brauche. Denn unberührte Strände gab es hier nur selten.

Mit der Fähre gelangten wir auf die bekannte Insel Koh Phi Phi. Hier begann Leonardo di Caprios Karriere in „The beach“. Wir nahmen uns einen Bungalow, der möglichst weit vom Zentrum entfernt lag und hatten wirklich eine schöne Zeit dort. Neben dem phänomenalen Blick von unserem Restaurant gab es sogar ein Outdoor-Fitnessstudio, welches ich aber nur zu Fotozwecken nutzte.

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Einen Abend nahmen wir eine Party direkt am Strand mit. Feuershows und Limboeinlagen (mit anschließenden free shots und beeindruckenden Thais, die u.a. richtige Atzen unter der Stange hindurch beförderten) heizten die Meute ganz gut ein. Und wem das geniale Feeling von guter Musik in Kombination mit Meeresrauschen und Tanzen in Flipflops auf Sand nicht reichte, konnte sich und die anderen mit einer Flitzerrunde unterhalten. „Oben ohne“ für die Ladys und komplett blank ziehen für die Jungs war das Motto, um im Anschluss einen kleinen Eimer Alkohol for free zu bekommen. Und ich sag mal so: bereits um 22 Uhr sind einige Nackedeis neben mir vorbeigehuscht – ich habe aber meine Eimer Alkohol bezahlt.

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Später ging es dann mit einem longboat zum Schnorcheln und dem „The beach“-Strand. Trotz Wolken am Himmel hatten wir wirklich coole drei Stunden.

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Am letzten Tag stiefelten wir zum schönsten Aussichtspunkt der Insel. Die Aussicht war der Hammer!

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Danach suchten wir uns durch dschungelartigen Wald den Weg zu dem schönsten Strand des ganzen Trips. Wer hier nicht entspannen kann, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Der steile Rückweg stellte sich dann aber als echte Herausforderung dar. Während ich in Nepal nachts frierend fast in meinen Schlafsack pullerte, um ein bisschen Wärme zu spüren, träumte ich jetzt vom Eisbad des letzten Tough Mudder Rennens. Es war unerträglich heiß und schwül und ich schwitzte so, als würde ich in der Sauna einen Marathon laufen – mit Winterklamotten. Pause machen und stehen bleiben ging jedoch auch nicht, da einem sonst sofort die Mücken jegliche Lebensenergie auszogen. Ich schaffte es teilweise in einer Nacht über 20 Mückenstiche zu bekommen – nur am Rücken und das trotz Moskitonetz. Selbst im Paradies ist also nicht alles paradiesisch. Ich hoffe nur, dass da keine Dengue-Mücke dabei war.

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Unsere zweite Insel hieß Koh Lanta. Diese war weitaus größer als Koh Phi Phi (dort gab es nur einige wenige motorisierte Fahrzeuge). Wir suchten uns aber einen abgelegenen kleinen Bereich und fanden einen bezahlbaren Bungalow direkt am Strand. Wir mieteten uns einen Tag einen Roller, um eine Höhle und andere schöne Strände zu sehen. An einem Morgen haben wir es sogar geschafft, am Strand eine Runde laufen zu gehen – barfuss direkt am Wasser.

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Die gesammelten Muscheln nutzte Sophia, um mir Schach beizubringen. Der Ort hätte nicht besser gewählt werden können, um zu entspannen.

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Und trotzdem hatte ich auf einmal richtige Probleme mit meinem Ohr. Ich konnte irgendwann nichts mehr hören und nach meinem stressbedingten Hörsturz im letzten Jahr hörte ich natürlich bei mir die Alarmglocken schrillen (linkes Ohr war ja noch funktionsfähig). Stress als Ursache konnte ich aber definitiv ausschließen. Ich ging also mit dem Fast-Dr. Sophia zum Arzt, der aber noch nicht mal wusste, was ein Hörsturz ist und mir nur völlig überteuerte Medikamente aufgeschrieben hat. Die Inkompetenz kann aber auch daran liegen, dass sein Kerngeschäft eigentlich Botoxspritzungen waren. Ich habe die Medikamente trotzdem genommen und nach einer Woche ging es wieder ganz gut. Es war wohl eine Infektion, die durch Bakterien im Wasser entstanden ist. Dabei war doch das Meerwasser so schön klar, dass es doch eigentlich für Bakterien gar keinen Platz gab.

Zum Ende der Reise chillten wir mit den Krebsen am Strand um die Wette – wir haben gewonnen.

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Nach drei Tagen hieß es dann: „Bye bye Traumstrand“ und „Hallo“ Hat Yai. Nicht nur aufgrund der Warnung des Auswärtigen Amtes, dass man die Stadt aufgrund der Gefahr vor terroristischen Anschlägen meiden soll, ließ unser Bild der Stadt eher unschön wirken. Neben einem Elefanten fanden wir auch viele Ratten und Kakerlaken auf den Straßen, sodass wir nicht böse darüber waren, um nächsten Tag in den Flieger zu steigen. Von der südlichen Stadt ging es für Sophia gestern über Bangkok zurück nach Deutschland und für mich ins nahegelegene Kuala Lumpur, wo ich vier Tage verbringen werde.

Insgesamt war Thailand für mich ein sehr variantenreiches Land (wenn man den Norden und Süden bereist), an dem ich die netten Menschen und das Essen wohl am meisten vermissen werde. Ein Ex-Premierminister hat einmal über die Thais gesagt:  „Der Lebensstil der Thai ist geschmackvoll, verwöhnt von einer gütigen, schwelgenden Natur, geprägt von anpassungsfähigen moralischen Werten und einer heiteren Gelassenheit gegenüber den Problemen des Lebens. Für einen Thai besteht das Leben im Grunde in einer einzigen langen Entspannungsphase.” Hört sich irgendwie so an, als sollte man dem nacheifern.

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