Nicaragua & Costa Rica: Pazifik oder Karibik? Na gut, nehme ich beides!

Da war es also geschehen: mit der Landung in Nicaraguas Hauptstadt Managua stand ich nun (mit Ausnahme der kalten Antarktis) mindestens einmal auf jedem Kontinent der Erde. Dieser „Haken“ auf meiner to-do Liste war für mich aber mittlerweile weit weniger wichtig als die hoffentlich tollen Erfahrungen, die ich mir in Zentral- und Südamerika erhoffte. Da ich außer „Hola“, „Chica“ und „Gracis“ so gut wie kein Wort auf Spanisch konnte, holte ich mir die ersten vier Wochen Rebecca zur Hilfe (die „Hola“, „chico“ und „Gracias“ sagen konnte). Da Rebecca sozusagen direkt von der Arbeit ins Flugzeug stieg und auch bis zu ihrem (letzten) Semesteranfang mit mir in Zentralamerikas größten Land blieb, waren wir uns beide schnell einig, den kommenden Monat sehr entspannt zu planen.

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Der erste Tag in der langweiligen Stadt Managua diente eigentlich nur zum Planen der Reise und dem Photographien Rebeccas Füße durch einige Nicas. Dass dieser Fußfetischismus noch die harmloseste Anmache der Reise war, dachten wir zu dieser Zeit noch nicht. Wir fuhren am nächsten Tag gleich nach León, die mit ihren Vergangenheit aus der Kolonialzeit viel mehr bieten sollte als Managua. Trotz der für uns überraschenden Tatsache, dass Nicaraguas zweitgrößte Stadt maximal die Ausmaße Jenas hatte, fühlten wir uns neben den 13 Kirchen und dem Placa de Centrala pudelwohl. Über die enge Wendeltreppe hinauf zu Zentralamerikas größter Kathedrale gelangten wir auf ein schneeweißes Dach, das mit seiner leuchtenden Reinheit sogar den Ausblick auf die Stadt und die dahinterliegenden Vulkane in den Schatten stellte.

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Nachdem Rebecca nach zwei Tagen immer noch an ihrem Jetlag zu knabbern hatte, sollte sie ein bisschen Aktion wieder in die richtige Bahn lenken. Wie passend war es da, dass wir auf dem nicht weit entfernten Vulkan Cerro Negro die Chance hatten, die Nummer 2 der berühmten „Bucket List“ abzuhaken: mit einem Brett einen Vulkan herunter boarden. Zuvor wurde uns mitgeteilt, dass der oder die Schnellste der Gruppe ein Cappie und eine „free lava shot challenge“ gewinnt. Trotz der Ungewissheit, was diese ominöse „Challenge“ beinhaltete, entfaltete sich der typische Spowi-Ehrgeiz wie von selbst und wir nahmen uns vor, die anderen Tourteilnehmer in unseren Staubwolken verschwinden zu lassen. So weit, so gut. Nachdem wir unter größter Anstrengung (Windstärke: Maximum) unsere „Schutzausrüstung“ angezogen hatten (gelber Knastanzug mit zerkratzter 1€-Brille), legten wir uns auf die Boards und bretterten mit der Zielstellung der Tagesbestzeit den Vulkan herunter. Am Ende der Strecke crashten genau 2 von 20 Personen – Rebecca und ich. Dafür meldete die Laserpistole bei uns beiden jeweils 65km/h – nur ein einziger schaffte es ansatzweise auf diese Geschwindigkeit. Die meisten trudelten mit entspannten 20-30km/h ein. All diejenigen mussten aber auch keine Verluste beklagen. Rebecca schrottete nämlich bei ihrem Aufprall auf dem Vulkangeröll neben ihrem nagelneuen Rucksack auch noch die neue Sonnenmilch (mit der sie in bester Hänsel & Gretel Manier eine Spur hinter sich herzog) und meine Kameratasche. Ich ließ dafür einiges an Haut meines linken Beins und Arms auf der Strecke liegen. Der Anblick Rebeccas ließ aber alle meine Schmerzen vergessen, als sie stolz und über beide Ohren strahlend zu mir kam und mir ihr schönstes Lachen zeigte: nur leider war dort nichts weißes mehr in ihrem Mund zu sehen. Sie hatte bei ihrem Überschlag den halben Berg gegessen und grinste mich mit ihren tiefschwarzen Zähnen triumphierend an – ich sah auf meiner Reise selten so etwas Bezauberndes!

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Auf der Rückfahrt zum Hostel wurde uns dann bewusst, dass wir aus finanzieller Sicht mit unserer Bestzeit definitiv mehr verloren als gewonnen hatten. Aber der Sieg war es uns wert. Außerdem waren wir neben unserem Surfcappie auch auf die „Lava shots“ gespannt. Kurze Erklärung dazu: Drei mit Chilli eingelegte Rumschnäpse (2cl, 2cl, 4cl) innerhalb 10 Sekunden trinken und möglichst cool dabei aussehen. Nach Bekanntgabe unseres Vorhabens an der Bar wurde mit der lautstarken Durchsage der Barkeeperin ACDC`s Thunderstruck zur musikalischen Untermalung in die Boxen geschmissen. Wir vergaßen kurz, dass es 15Uhr war und unsere Mägen an diesem Tag neben ein paar Stücken Melone nur ein Bier und einen Mochito zu fassen bekamen. Wohl auch aus diesem Grund flüchtete ich nach 30 Sekunden auf die Toilette, um den Chilli nach oben wieder hinauszulassen. Schwitzend auf dem Boden der Toilette sitzend und mich vor Magenkrämpfen krümmend, fragte ich mich, ob ich wirklich immer alles ausprobieren muss. Als ich mich nach einigen Minuten auf die Suche nach Rebecca machte, fand ich diese kreidebleich vor der Küche auf dem Boden liegend – Mädels halfen ihr mit Coca Cola wieder auf die Beine. Super Gewinn (Anmerkung: wenn man im Boarden nicht der Schnellste ist, darf man für dieses Vergnügen sogar bezahlen)!

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Aber immerhin hatten wir noch unsere stylischen Cappies – ich meine zumindest für zehn Minuten. Auf der Ladefläche des LKW-Taxis wurde mir das nämlich im Anschluss auf dem Weg zum Strand vom Kopf geweht. Das Relaxen am Strand mit einem tollen Sonnenuntergang war dann für uns ein mehr als notwendiger Abschluss eines anstrengenden aber unvergesslichen Tages.

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Nachdem wir körperlich an unsere Grenzen gestoßen waren, buchten wir zur Erholung einen Flug auf die überall in den Himmel gelobte Karibikinsel Little Corn Island – und blieben acht Tage. Wahrscheinlich habe ich mich in dieser Zeit weniger bewegt als in dem Meditationscenter. Aber wie die Bilder vielleicht erahnen lassen, konnte man auf dieser Trauminsel einfach nicht mehr machen, als sich halbstündlich im weißen Sand vom Rücken auf den Bauch zu drehen.

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Um sicherheitshalber die Gefahr des Wundliegens gänzlich auszuschließen, versuchte ich mich ab und zu bei dem Öffnen von Kokosnüssen und Rebecca zeigte mir auf einer Schnorcheltour zig Haie und Rochen.

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Als sportliches Highlight präsentierten sich vier Baseballteams, die alle für verschiedene Hotels starteten und jeden (!) Sonntag gegeneinander spielten. Während die halbvoll besetzte Tribüne und die laute Stimmungsmusik anfänglich eine gewisse Professionalität vermuten ließen, machten der fehlende Ehrgeiz der Spieler (einige tanzten eigentlich nur auf dem Feld zur Musik und wussten gar nicht, wo der Ball ist) und die Tatsache, dass alle Besucher mitten im Spiel einfach durch das Spielfeld liefen, deutlich, wie ernst alle das Spiel nahmen. Interessant und lustig war es für mich allemal und nach dem Turnier bedankten sich die Spieler, dass ich zugeschaut hatte.

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Nachdem wir tagelang von unserem Lieblingskellner mit Hummer (für 7€) und von anderen locals mit noch lauwarmen (weil frischem) Kokosnussbrot verwöhnt wurden (Insider: Hier liegt der Hund begraben), trafen wir uns am letzten Abend mit zwei Jenaer Medizinstudenten am Strand. Da es ein bisschen später als geplant wurde, hörten wir den Wecker nicht und hatten am kommenden Morgen ganze 10 Minuten, um die Tasche zu packen und den 30 minütigen Weg zur Fähre zu schaffen, die uns zum Flieger brachte. Wir hätten uns von den Dorfbewohnern nicht schöner verabschieden können als morgens um 6 Uhr noch halb angetrunken mit unseren Sachen bei 30° den Strand entlang zu sprinten. Letztendlich bekamen wir die Fähre aber völlig verschwitzt in letzter Minute, genossen noch ein paar Stunden auf Big Corn Island und waren froh, trotz höherer Preise (Insel bleibt halt Insel) für dieses Paradies so viele Tage eingeplant zu haben.

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Nachdem wir mit der kleinen Maschine wieder sicher auf dem Festland gelandet sind (am Flughafen wurde sogar noch alles mit der Hand kontrolliert, Röntgenprüfgerät steht sicher auf dem nächsten Wunschzettel für Weihnachten), ging es am selben Tag in die schnucklige Stadt Granada. Hier war es nicht nur touristischer als in den bisherigen Orten – die Schamgrenze der Machotypen lag außerdem nochmals höher als bisher auf dem Festland gewohnt. Entweder setzten sich Typen im Restaurant an unseren Tisch und versuchten Rebeccas Hand zu küssen und über ihr Gesicht zu streichen oder 14 jährige Jungen brachten neben dem Augenzwinkern auch einige „Zungenlecker“, um einen Treffer zu landen. Dafür, dass die eigentlich auch noch denken mussten, dass ich ihr Freund war, war das schon mehr als ein gesundes Selbstbewusstsein. Rebecca hatte ihr Herz aber bereits an den kleinsten Hund der Welt verloren, der von einem mindestens genauso süßen Mädchen durch den Park getragen wurde. Nach einigen Streicheleinheiten machten wir unter anderen noch eine der berühmten Kutschfahrten mit (mehr Kitsch ging nicht) und sahen von einer Kathedrale den für mich bisher beeindruckendsten Sonnenuntergang.

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Außerdem gönnten wir uns noch eine Zip-Lining Tour, bei der wir in Superman- und Affenposen durch die Wälder Nicaraguas flogen.

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Zum Beginn der Semana Santa (größtes Fest in Südamerika: Ostern wird hier eine Woche lang ausufernd gefeiert) fuhren wir auf die Insel Ometepe. Zuvor wurden wir jedoch noch um einige Dinge erleichtert. Während ein vorbeifahrender Radfahrer Rebecca`s Cappie vom Kopf klaute (an diesen Dingern klebte förmlich das Pech), wurden mir im Anschluss im oder vor dem Bus beide Portmonees inklusive Geld, Kreditkarten und sämtliche Ausweise sowie mein Handy gestohlen. Ich kann mir nach wie vor nicht genau erklären, wie genau es passiert sein soll – fest stand, dass das eben einfach nicht Asien ist und neben 700€ Schaden einige organisatorische Probleme für meine nächsten Reiseziele entstanden. Glücklicherweise konnte ich mich wie immer voll auf meine Familie verlassen, da mein Vater sofort alle Karten sperren ließ, sodass zumindest keine weiteren bösen Überraschungen auf mich zukamen und Rebecca hatte ihre Kreditkarte noch, mit der wir uns nun aushalfen. Als uns dann aber auch noch die Taxifahrer im Anschluss rotzfrech über den Tisch gezogen haben (und das mit dem Wissen, das wir kurz zuvor ziemlich viel Geld verloren haben), war der Tag gelaufen. Nach einer Mütze voll Schlaf war die Laune aber schon wieder viel besser  und wir ließen uns den Urlaub nicht durch diese ärgerliche Angelegenheit vermiesen. Anscheinend gehört so etwas zu eine richtigen Weltreise dazu. Und bisher hatte ich ja auch einfach oft zum Teil schon unverschämtes Glück auf meiner Reise.

In Ometepe mieteten wir uns zwei Tage einen Roller, um die Insel zu erkunden und das leckerste lokale Mittagessen zu finden. Wir liefen wir über das Wasser an der Punta Jesus Maria – Jesus wäre stolz auf uns gewesen. Außerdem bestiegen wir den Vulkan Merades, bei dem wir in dem tieferen Gebieten von neugierigen Brüllaffen begleitet worden und weiter oben mit rutschigen Matschwegen zu kämpfen hatten. Die Aussicht am oberen Kraterrand mit Blick auf die im Krater liegende Lagune entschädigte jedoch für alle Anstrengungen.

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Einen Abend nahmen wir all unseren Mut zusammen und gingen als einzige Ausländer in eine lokale Diskothek während der Semana Santa. Wir gaben unser Bestes, neben den professionell aussehenden Salsatänzern nicht komplett steif zu wirken. Ich weiß nicht, inwieweit das funktioniert hat – ausgelacht wurden wir jedenfalls nicht und ausgehalten haben wir es bis der Rausschmeißer gespielt wurde. Das war Erfolg genug.

Da uns Ometepe aber partytechnisch zur Semana Santa ein wenig enttäuscht hat (wobei trotzdem den ganzen Tag aus allen Geschäften lautstarke Musik aus den Boxen dröhnte), fuhren wir auf direkten Weg in Nicaraguas Partystadt Nr. 1: San Juan del Sur. Hier waren alle Betten bereits viele Wochen vor Ostern ausgebucht und ganze Familien schliefen die gesamten Tage auf der Straße, nur um das Highlight des Jahres in der „Metropole“ mitzuerleben. Wir kamen am Sonntag an – zufälligerweise der für diese Stadt bekannteste Wochentag für alle ausländischen Touristen: Sunday Funday. Die Idee hinter dem Slogan war: bringe jeden Sonntag ab 14 Uhr alle feierwütigen Touristen zusammen, stelle ihnen drei Locations mit Pool (die nacheinander mit Pick-ups angefahren werden) und guten DJ`s. Und voila – man habe die perfekte Party à la American Pie mit vielen roten Bechern, nackter Haut und guter Laune. Circa 300 Verrückte tanzten sich in Badesachen bis tief in die Nacht barfuß die Füße wund, bis sie zwischendurch in einen der Pools geschmissen wurden. Und wir mittendrin. Im Nachhinein jedenfalls eine der besten Partys meines Lebens. Dem anschließenden zweitägigen Stromausfall in der ganzen Stadt trotzten wir mit einem Ausflug zu der Jesusstatue und dem Besuch einer netten Surfbucht, in der ich mich seit Australien mal wieder im Wellenreiten probierte – die Welle ritt mich eher.

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Spontan überlegten wir uns, über die nervenraubende Grenze nach Costa Rica zu reisen und noch einige Tage in Costa Ricas Nebelwald Monteverde zu verbringen. Nach dem besten Gallo Pinto (gab es immer und überall: Reis mit Bohnen) unserer gesamten Tour wanderten wir auf den höchsten Punkt des Gebietes konnten dabei einen Nasenbären direkt vor uns beobachten, dessen Hunger auf den Inhalt der Bienenwaben wohl größer als seine Angst uns gegenüber war. Nachdem wir uns in einem der skurrilsten Restaurants der Welt (laut tripadvisor)  eine Cola genehmigten (Restaurant wurde um einen riesigen Baum gebaut), endete unsere Tour mit einer Tierbeobachtung bei Nacht, bei der wir neben Vogelspinnen, Vipern, Wildkatzen auch den bunten Kellogs-Vogel Tukan sahen.  Nur ein Faultier wollte sich leider nicht blicken lassen.

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Wir fuhren in Costa Ricas Hauptstadt San José und nach einem letzten Bier in einem Irish Pub brachte ich Rebecca am nächsten Morgen nach vier entspannten Wochen zum Busbahnhof, den wir (so wie alles andere die gesamte Zeit) erst beim dritten Anlauf fanden. Während Rebecca also per Bus wieder nach Managua fuhr, um von dort zurück nach Deutschland zu fliegen, entspannte ich einen Tag im Hostel, bevor ich Bine und Robin traf, mit denen ich eine weitere Woche durch Costa Rica tourte.

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Meine Lieblingsmitbewohnerin und ihr Freund hatten bereits zwei Wochen Costa Rica hinter sich und vor allem Robin konnte zumindest mich mit fast komplett akzentfreien (dafür aber mimik- und gestikvollen) Spanisch voll überzeugen. Mit den beiden bin ich zuerst nach Turrialba gefahren, um auf dem weltbekannten Rio Pacuare zu raften. Und glücklicherweise regnete es die gesamte Nacht, so dass zu Beginn unserer Tour der Fluss teilweise doppelt so hoch war wie die Tage zuvor. Mit einem spanischen Pärchen und dem Tourguide ging es über 30km 3,5 Stunden den Fluss hinunter – inklusive Schwierigkeitsstufen 4 und den neugierigen Blicken einiger Kolibris. Wie die Bilder zeigen, grenzte es an ein Wunder (bzw. machten die Fußschlaufen das Wunder aus), dass keiner von uns aus dem Boot fiel. Das hatte jedenfalls neben meinem Sprung aus dem Flugzeug und den Bungee-Jumps den meisten Outdoor-Fun-Faktor bisher. Meine beiden Paddelkollegen schafften es sogar, bei absoluten bewölktem Wetter einen heftigen Sonnenbrand zu kriegen, der sie die kommenden drei Tage beschäftigte.

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Nicht nur auf der darauffolgenden Busfahrt nach La Fortuna versuchte man den Passagieren alles zu verkaufen. Höhepunkt war ein Beautytyp, der sich sage und schreibe 30 min über die anscheinend beste Creme ausließ, die es auf der Welt gibt. Fast schon langweilig wirkte dagegen der Amigo, der mir die frischgebrannte „Fast & Furious 7“ DVD unter die Nase hielt. Shopping TV war nichts dagegen. Die Wanderung durch den Nationalpark zu den erkalteten Lavaströmen war dagegen vor allem für den Eintrittspreis fast eine Enttäuschung (typisch für Costa Rica: Aktivitäten kosten viel, selbst wenn es nur wandern ist). Dagegen war die Entdeckung eines kostenfreien Hot Springs der Hammer. In Badewannenwasser schlängelte sich ein richtiger Bach durch den Regenwald. Das wir am folgenden Tag noch einmal per Hitch Hiking zum Bach kamen bis unsere Haut schrumpelig wurde, verdeutlicht, wie schön es dort war.

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Die letzten beiden Tage mieteten wir uns einen Wagen, um neben dem Tenorio Nationalpark einfach mal auf eigene Faust die wunderschöne Natur zu erkunden. Im Nationalpark mussten wir uns im Matsch erst richtig einsauen, um den Rio Celeste zu bestaunen, der durch sein surreal wirkend blaues Wasser jeden Besucher faszinierte.

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Auf der Strecke um den Lago Arenal überraschten wir als Touristen die Locals, die wir in unser Auto luden und eine Weile mitnahmen (10 Punkte für die ins Krankenhaus zu bringende Omi / 5 Punkte für die Teenies, die sich über meine „Bring me to the horizon“-Musik gefreut haben / 3 Punkte für den jungen Vater, der Fußballprofi war oder gern wäre > „My english is so so so.“). Naja, mein Spanisch war ja auch nur „so so so“. Den letzten gemeinsamen Sonnenuntergang schauten wir uns am Ufer des größten Sees in Costa Rica an und nachdem wir trotz Bines furchteinflössenden „Gute“-Nacht-Geschichten (Anmerkung: arbeitet seit 2 Monaten im Kindergarten) und den Millionen Mücken einschlafen konnten, suchten wir am nächsten Vormittag nach Bankautomaten, die uns Geld auszahlen sollten – und zwar vergeblich.

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Somit teilten wir nach einer super lustigen Woche das verbleibende Bargeld gerecht auf – ich bekam $120 und die beiden jeweils $20. Ich musste immerhin bis nach Peru mit dem Geld kommen. Nachdem ich mich von den beiden verabschiedet hatte und im Bus zum Flughafen sogar noch den Knopf meiner Hose verlor (vielleicht sollte ich wirklich mal wieder mit Sport anfangen), wurde ich böse von der Ausreisesteuer ($30) und einer zweimaligen Gepäckgebühr ($85) überrascht. Somit hatte ich noch ganze $5, um nach meinem dürftigen Frühstück 40 Stunden durchzuhalten. Am Flughafen in Fort Lauderdale kam es dazu, dass ich dem Kioskverkäufer von meinem Kreditkartenklau erzählte und nachdem alle Kunden aus dem Kiosk hinausgegangen waren, kaufte er mir von seinem Geld etwas zu Essen und Trinken und steckte mir mit den Worten „I know how it is to have nothing“ $20 zu. Da war er wieder; einer dieser Momente, die ich (bitte bitte) nie vergesse und durch die es für mich normal sein sollte, genauso menschlich und hilfsbereit in Deutschland und überall sonst zu sein.

Aber genug von der emotionalen Leier. Jetzt beginnen meine letzten fünf Wochen der Reise. Und die sollen einen unglaublichen Abschluss bilden. Mit meinem Lieblingspolen Gluzi mache ich zuerst Peru unsicher. Ich bin mal gespannt, ob einen die Inkas mit ihren Machu Picchu wirklich so in ihren Bann ziehen wie überall erzählt wird. Ich bin guter Dinge. Und wenn nicht, sonne ich mich einfach auf den Bergen Perus, verdrücke Meerschweinchen, trinke Coca-Tee gegen die Höhenkrankheit und höre Gluzi beim Panflötenspiel zu. Cheers!

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