Nepal III: Relaxen in Pokhara und Abschluss in Kathmandu

Teil III

Und wie wir die genossen haben. Hier mussten wir zwar wieder für die Zimmer bezahlen: 5€ für das Doppelzimmer (mit manchmal funktionierender Solardusche) – aber das war es wert. Kein Frieren mehr in der Nacht und wieder umherlaufen mit Flip Flops und Shorts. Wir blieben eine komplette Woche in der Hippiestadt und trafen viele der Trekker wieder, die wir während unseres Aufstieges kennengelernt hatten. Wir liehen uns zum Beispiel mit den zwei Australierinnen Ami und Jenn Fahrräder aus, um zu einem See zu fahren (drei Blutegel an einem Fuß ließen mich danach aussehen, also wurde ich mit der Axt bearbeitet) oder schauten uns Tempel an. Da Ami innerhalb der Woche Geburtstag hatte, gab es auch eine ganz anständige Party. Mit Pizza, Bier und Shisha und Livemusik (u.a. mit Rage against the machine und System of a down…in Nepal!!!) in der Bar und einigen Tequilas in dem Club (…in Nepal!!!) bestand unser nächster Tag aus: Mittag essen gehen und Abendessen gehen. Ich gönnte mir noch einen Friseurbesuch inklusive Massage und einen Tag später probierten wir uns bei einer Meditations- und Kundaliniyogaeinheit (Panther-Pose) aus, wobei beides relativ sinnlos war.Die Meditationseinheit fing bespielsweise damit an, mit geschlossenen Augen zu indischen Musik so zu tanzen, wie man es als Kind gern gemacht hätte. Ich hatte an dem Morgen English Breakfast, die anderen in meinem Kurs einen Kaffee und 1-2 Joints, so dass die auch sofort in Wallung kamen. Ich hatte mir dabei insgesamt ein bisschen mehr erwartet, aber mir leuchtet auch ein, dass man nicht innerhalb einer Stunde meditieren lernen kann (Ha, wenigstens diese Erleuchtung).

IMG-20141031-WA0034 SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC

Zurück in Kathmandu besichtigten wir noch den berühmten Affentempel, bevor mein Flieger ging. In letzter Minute verkaufte ich noch meine Outdoorklamotten, die ich nicht mehr brauche, zu einem Spotpreis. Ich fühlte das verächtliche Lachen aller Anwesenden im Shop beim Hinausgehen in meinem Nacken. Dummer, naiver Tourist. Das Trauerspiel durfte sich auch Kathi mit anschauen. Sie ist zwei Tage später auch noch mit der anderen deutschen Gruppe über den Pass und war glücklich, dass sie es gemacht hat. Ich hatte aber bereits in Pokhara mit ihr gesprochen, dass ich in den letzten Wochen viel über mich und meine Erwartungen an das Reisen nachgedacht habe und von nun an lieber allein reise (wenn mich nicht gerade jemand besucht). Sie war verständlicherweise erstmal ein bisschen vor den Kopf gestoßen und traurig – ich hoffe aber, sie akzeptiert meine Entscheidung. Sie will jetzt noch ein wenig länger in Nepal bleiben und dann ihre Freundin in Bangkok besuchen.

SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC SAMSUNG CSC  SAMSUNG CSC

Und das war es auch „schon“ zu Nepal. Mein Weiterflug geht auch bald. Das heißt, stopp! Der aufmerksame Leser sollte noch auf die Flughafengeschichte aus Teil 1 warten. Zusammengefasst: „Selten dämlicher, glücklicher Haufen!“ Beim Check in im Flughafen von Kathmandu wurde mir gesagt, dass ich nicht ins Flugzeug komme, da ich kein Indienvisum habe. Ich habe erwidert, dass ich das nicht brauche, da ich zwar zweimal in Indien lande (Zwischenlandung Kalkutta und Mumbai), aber gleich weiter nach Bangkok möchte. Erstens hat mir das die indische Botschaft in Deutschland so bestätigt und zweitens bin ich auch von Dubai schon über Delhi nach Kathmandu geflogen. Problem war jetzt aber, dass ich einen Flug von Indien nach Indien auf dem Weg nach Bangkok hatte. Mir wurde also gesagt, der Flug sei für mich hinüber und ich müsste mir in Kathmandu erst ein indisches Visum besorgen. Ich wusste aber von anderen Deutschen, dass gerade dieses Dreitagevisum nicht ausgegeben wird. Alternative wäre ein super teures Direktflugticket von Kathmandu nach Bangkok in x Tagen. Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig. Nach ein bisschen Meckern und Heulen kam der Chef der Airline und meinte, wenn ich einverstanden wäre, würde er mich einfach in anderen Flug schieben. Das hieße, eine Stunde später im Flieger nach Delhi und nach 16 Stunden Aufenthalt nach Bangkok – ohne Mehrkosten. Und da soll nochmal einer sagen, es geht nicht, im Flugzeug Chicken mit Beef zu tauschen. Ich muss echt hilfebedürftig ausgesehen haben, da mir seine Mitarbeiter gesagt haben, dass das eigentlich nicht geht. Naja, wie immer: „eigentlich“. Also wurde im Nepal-Style mit Bleistift ein Formular ausgefüllt, unterschrieben und mir als „e-Ticket“ mit auf dem Weg gegeben. Ich war super happy und hätte am liebsten alle umarmt. Aber die haben es ja hier nicht so mit Körperkontakt. Im Bus auf dem Weg zum Flugzeug kam noch einmal ein Mitarbeiter zu mir und sagte, dass ich unbedingt auf das Formular aufpassen soll, dass es nichts anderes als Nachweis gibt. „Logisch, pass ich darauf auf“, dachte ich mir und wollte im Flugzeug vorsichtshalber ein Foto von dem Blatt machen. Komischerweise habe ich es dort aber nicht mehr gefunden. Ich habe echt an meinem Verstand gezweifelt. Direkt vor dem Eingang ins Flugzeug gab es noch einen Sicherheitscheck. Vielleicht lag er ja da. Ohne das Formular kann ich sofort wieder nach Kathmandu zurückfliegen und dann geht der Spaß wieder von vorn los. Und Sophia wartet derzeit in Bangkok auf mich und dreht Däumchen. Ich rannte also wieder aus dem Flugzeug und fragte jedem nach dem verdammten Formular. Natürlich war es nirgendwo. Ich war schon wieder auf dem Weg ins Flugzeug als jemand „Sir“ rief. Er zeigte mit dem Zeigefinger zum hinteren Rad des Flugzeuges. An dem klebte wirklich mein Formular. Das hätte überall hingeweht sein können – aber es klebte am Rad des Flugzeuges. Ich dankte Gott und Buddha und was weiß ich nicht wem noch und erzählte meinem indischen Sitznachbarn, der jeden Satz mit „bro“ oder „man“ beendete, den ganzen Flug, was für unverschämtes Glück ich doch manchmal habe.

SAMSUNG CSC

Jetzt ist es hier 7 Uhr, die Lichter gehen langsam alle an und endlich (Ironie?) kommt wieder indische Musik. Ich habe mein board ticket und werde hoffentlich bald in der SO-Asien Metropole sein. In zwei Tagen kommt Sophie nach, um mit mir Thailand unsicher zu machen. Ich gebe ihr einen Tag zur Erholung und danach will ich auf der Khao San Road „Bangkok, Baby!!!!“ rufen. Vielleicht finde ich Alan.

 

 

About these ads

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

login or register to comment without captcha or to follow this blog.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>