Nepal I: Kathmandu

4.11. 0:00 Uhr (wieder einmal Delhi Airport)

Teil I

Namaste. Genau drei Wochen nach meinem letzten Eintrag sitze ich haargenau auf demselben Platz auf dem Flughafen in Delhi und warte auf meinen Anschlussflug, der mich nach Bangkok bringen soll. Mein regulärer Flug sollte eigentlich über Kalkutta und Mumbai gehen. Warum alles anders lief und ich trotz fieser Magenprobleme (die Nepalis haben mir wohl am Ende doch noch einmal ins Essen gespuckt – die Medikamente sind selbstverständlich gut verstaut in der im Flugzeug liegenden Tasche) und einem 16 stündigen Aufenthalt im Wartebereich mehr als dankbar bin, erfahrt ihr in Teil 3 des Blogs. Je, ihr habt richtig gelesen. Drei Wochen Nepal möchte ich nicht in ein Dokument packen und splitte daher meinen für mich überwältigenden Nepaltrip in die ersten Tage Kathmandu, mein aufregendes Trekkingabenteuer im Annapurnagebiet und die anschließend entspannten Tage in Pokhara mit Abschluss in Kathmandu. Mögen die Spiele beginnen:

Nachdem wir nach einer sprinttechnischen Meisterleistung im Gatebereich in Delhi unseren Anschlussflug gerade noch rechtzeitig erreichten, landeten wir nach nur kurzer Flugzeit in Kathmandu. Beeindruckend und beängstigend zugleich waren zuvor die riesigen Berge, über die wir nur knapp hinübergeflogen sind.

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Nepals Hauptstadt empfang uns mit Regen. Damit hatte ich aber zu Beginn kein Problem. Ehrlich gesagt empfand ich die knapp 20° nach den schwülen Temperaturen in Dubai als eine angenehme Abwechslung. Nachdem wir unsere obligatorische Afrikareisenden-Visite beim Onkel Doktor erfolgreich abgelegt hatten, suchten wir uns vor der Eingangshalle ein Taxi. Ich hatte mich bereits belesen und wusste, dass ich nun in die Ecken der Welt komme, in denen einem das Anquatschen und Handeln (mit und ohne Anfassen) in die Wiege gelegt wurde. Nun gut, ich hatte es mir ja so ausgesucht. Also erst einmal absolut sicher und dominant wirken, obwohl ich keine Ahnung hatte, welches Taxi wieviel kostet. Am Ende hat uns ein Fahrer ins Boot, bzw. Auto gezogen, der sich letztendlich als Verkäufer herausstellte und dem eigentlichen Fahrer und uns 45 Minuten lang erzählte, dass wir doch bei ihm alle möglichen Trekkingtouren buchen sollten, da die abertausenden Bewertungen bei tripadvisor & Co im Gegensatz zu ihm nicht glaubwürdig sind. Ich war zu müde zum Diskutieren, nickte nur ab und versprach ihm, schnellstmöglich in seinem Büro vorbeizukommen. Das hatte ich dann später vergessen. Im Hostel angekommen, breiteten wir uns in unserem 8m² Zimmer soweit wie möglich aus und gingen später im Touristenviertel Thamel etwas essen. Positiv überrascht war ich zum ersten Mal während meiner Reise von den Preisen: 3-4€ für eine Vorspeise, Hauptgericht und ein Getränk (inklusive Maus in Küche und Essbereich). Negativ dafür umso mehr von dem Charakter der Stadt. Häufig mit dem Prädikat „dreckigste Stadt der Welt“ versehen tut Kathmandu viel dafür, dass es wohl auch so bleibt. Jeder schmeißt seinen Müll überall hin (wohin auch gesondert, wenn es keine Mülleimer und Müllabfuhr gibt) und sobald dieser zu viel wird, macht irgendjemand aus dem Haufen ein Feuerchen am Straßenrand. Dazu rollen unzählige kleine Taxen und Mopeds durch die engen Gassen. Dazwischen steht dann ab und zu eine im Stich gelassene Kuh. Verkehrsregeln gibt es nicht. Dafür wird immer und überall gehupt. In Busen hatte ich am Ende des Trips sogar gesehen, dass zwei bis drei Hupen für den Fahrer griffbereit waren – hier wirklich wichtiger als das Reserverad. Alles stinkt nach Abgasen und faulem Essen, sodass es nicht verwundert, dass hier so viele Menschen Masken vor dem Gesicht tragen. Meine Vorzeigelunge durch 27 Jahre Zigarettenabstinenz habe ich hier jedenfalls innerhalb weniger Tage eingebüßt. Mit dem wenig unterhaltsamen Wechsel von Strom und Stromausfall (siehe Foto der Stromkabel) endete der erste Tag in Nepal.

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Am nächsten Morgen lief ich zur deutschen Botschaft, da ich mir sicherheitshalber einen neuen Reisepass ausstellen lassen wollte. Mein aktueller ist noch bis Oktober 2015 gültig. Falls ich aber wirklich in Neuseeland arbeiten werde und/oder einige zentralamerikanische Länder später als bisher geplant bereise, reicht die Gültigkeitsdauer (meist 6 Monate über die Einreise hinaus) nicht aus. Da mir dort aber gesagt wurde, dass mir Unterlagen wie eine Kopie der Geburtsurkunde fehlten, durfte ich am kommenden Tag denselben Weg noch einmal auf mich nehmen. Mit 20€ Auslandszuschlag ging der Antrag dann auch durch. Geschickt werden muss der Pass jetzt nur zur deutschen Botschaft in Kuala Lumpur in Malaysia, da die Fertigstellung und das Senden aus Deutschland nach Kathmandu so lange dauert, dass ich schon wieder aus Nepal abgereist wäre, ehe er der Botschaft vorgelegen hätte. Ich bin mal gespannt, ob das Ende November funktioniert, da mit dieser Sache auch noch andere Dinge (z.B. weitere Flugbuchungen unter der neuen und dann einzig gültigen Passnummer, Visumsanträge, etc.) in Verbindung stehen. Danach recherchierte ich noch bis weit in die Nacht, welchen Trek wir den laufen wollen würden, da es auch am zweiten Tag ununterbrochen regnete (der Regen, der durch einen indischen Monsun bis nach Nepal kam, sollte sich später noch als viel größeres Problem erweisen) und an Sightseeing nicht zu denken war.

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Am dritten Tag war das Wetter dann so, wie es für einen Oktobertag in Nepal gewöhnlich ist: wolkenfrei und angenehm sonnig. Nach einigen Diskussionen über die Länge und den Schwierigkeitsgrad über die Wahl des Treks setzte ich mich durch und wir besorgten uns im Tourismuscenter das Permit für den Annapurna Circuit, den Rundweg um die Berge Annapurna I-IV. Dort wurde uns bescheinigt, dass wir auch als Anfänger mit normaler materieller Ausstattung über den Pass (5414m) kommen können (die unkalkulierbare Höhenkrankheit einmal außen vorgelassen). Somit deckten wir uns nach einer kurzen Sightseeing-Tour über den Durban Square mit den uns noch fehlenden Trekkingutensilien (Wanderschuhe, -stöcke, -hose, etc. von mehr oder weniger originalen Mammut, The North Face & Co) ein, buchten ein Busticket nach Besishahar und hoben genug Geld für ca. 15 Tage trekken ab. Abends wurde dann zähneknirschend aussortiert, was nicht unbedingt mit auf die Tour muss. Immerhin hatten wir uns keine Porter geleistet, die uns unsere Rucksäcke die komplette Tour hinweg tragen. Die ausgesonderten Sachen hinterließen wir im Aufenthaltsraum des Hostels und ich hoffte, dass mein Laptop & Co auch in zwei Wochen noch dort stehen würden. Frisch rasiert (im Nachhinein bester Einfall überhaupt, weil es das einzig mögliche Mal war auf dem Trek) und mit einem ca. 17kg Rucksack war ich bereit für die Tour.

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