Hop-on Hop-off mit dem Flieger: Kuala Lumpur und Singapur

Wow, die letzte Woche war definitiv kein Erholungsurlaub. Vier Länder (Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien), bzw. drei Flüge innerhalb einer Woche reichen vorerst. Als vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung eines Reise Burn-outs habe ich mir deshalb spontan Sumatra als nächstes Reiseziel ausgesucht. Ihr wisst nicht, wo das liegt? Und das, obwohl Sumatra die sechstgrößte Insel der Welt ist. Nicht schlimm, ging mir bis vor zwei Wochen noch genauso. Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich hier dauernd fotographiert werde und sich die Bewohner hier über eine Freundschaftsbestätigung bei Facebook von mir mehr freuen als ich mich über meinen Studienabschluss. Genau das, was ich wollte. Die letzten Tage in den Metropolen Kuala Lumpur und Singapur waren nämlich genau das Gegenteil – da hat mich niemand fotographiert.

Im Hostel sunshine bedz in Kuala Lumpur (ganz ganz klare Weiterempfehlung!!!) hatte ich gerade einmal 15 Minuten Zeit, um meine gesamte Wäsche waschen zu lassen. Und das war auch dringend notwendig. Am letzten Tag in Thailand ist mir nämlich meine komplette Rasierschaumdose (ein Hoch auf die Jumbodosen) im Rucksack ausgelaufen. Im Anschluss wurden einige Biere gekauft (alle 8-12%) und nach dem Vorglühen im Hostel sind wir mit einigen Mitarbeitern und Travellern weggegangen. Aufgewacht bin ich am nächsten Tag um 16 Uhr – und der erste richtige Tag in Malaysia war schon wieder fast vorbei. „Ganz großes Kino, Chris“, dachte ich mir in meinem schmerzenden Kopf. Ich bahnte mir meinen Weg zur Dusche und sah einen Typen auf dem Balkon des Hostels Liegestütze machen. Ich rümpfte nur kurz die Nase und brummelte in mich hinein: „Jaja, die Motivation wird dir schon noch vergehen, mein Freund.“ Danach schaffte ich es tatsächlich noch, die Petronas Towers zu besichtigen. Mehr ging an diesem Tag nicht. Der Blick zu dem überwältigenden Gebäude bei Dunkelheit hat den Tag jedoch mehr als ausgefüllt.

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Während die anderen am Abend wieder feiern waren, nutzte ich die Nacht, um die Thailand-Blog zu schreiben. Am kommenden Tag fuhr ich in verschiedenen Busen durch Kuala Lumpur (nimmt man die richtigen, sind die alle for free), um Malaysias Hauptstadt ein bisschen näher kennenzulernen.

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Den letzten Tag saß ich lange vor dem Laptop, um die nächsten beiden Monate wenigstens ein bisschen zu planen (bezgl. Visa, Dauer von Destinationen, machbare Distanzen per Bus etc.). Ich bekam noch einen Haarschnitt in einem Salon, der erst in zwei Wochen geöffnet wird. Die Auszubildende war super nervös und die Chefin versuchte immer zu übersetzen, was gemacht werden sollte. Leider nicht erfolgreich. Ich wollte aber nicht zig Mal nach Korrekturen fragen, da meine Verbesserungsvorschläge sowieso nicht richtig verstanden wurden. Sind ja nur Haare. Danach habe ich mich noch auf die Suche nach ordentlichen Insektenschutz gemacht – Sophia hat nämlich in Deutschland das Denguefieber bekommen und kämpft gerade mit den fiesen Symptomen. Ich hoffe, ihr geht es bald wieder besser! Abends saßen wir noch im Hostel zusammen und quatschen bis tief in die Nacht. Nach drei Stunden Schlaf machte ich mich um 6 Uhr auf zum Flughafen. Aufgrund meiner Orientierungslosigkeit und einigen Problemen mit dem Bus war ich ganze 25 Minuten vor Abflug meines Fliegers am Check in. Dieser war bereits seit über 20 Minuten geschlossen. Bereits um Bus hatte ich mich damit abgefunden, dass ich nun wohl meinen ersten Flug verpassen würde. Aber auch diesmal kam ich durch. Ich habe es irgendwie geschafft, mein Gepäck zu dem der Piloten zu geben und bin nach drei Sicherheitskontrollen in wirklich letzter Minute ins Flugzeug gestiegen.

Auf dem Flug traf ich Nathan, einen Magier aus Melbourne, der einen Aufritt in Singapur (und danach Tokio) hatte. Wir hatten ein großartiges Gespräch und nach dem kurzen Flug lud er mich in seine Wohnung in Melbourne ein. Ich versuche jetzt also, mein Stop over in Melbourne auf dem Weg nach Auckland nach hinten zu verlegen, um ein bis zwei Tage Melbourne zu besichtigen. Immerhin erzählt mir jeder, der schon einmal dort war, dass es eine der tollsten Städte Australiens ist. Ich erreichte also Singapur, die wohl unasiatischste Stadt überhaupt. Die bewaffneten Sicherheitsleute am Flughafen und einige Gesetze, von denen ich zuvor im Internet gelesen hatte, passten ins Bild der sehr sauberen und gut strukturierten Stadt. Auf Kaugummi kauen (nicht wegschmeißen!) wird hier z.B. eine Strafe von 3000 Singapur-Dollar (knapp 2000 Euro) verhangen. Im Hostel wollte ich eigentlich erst einmal ein Nickerchen einlegen. Ich traf aber einige Deutsche, mit denen ich einen „kurzen“ dreistündigen Small Talk einlegte. Dann machte ich einen ersten Stadtrundgang, bei dem meine neuen Nikes ein wenig unter der Bodenbeschaffenheit einer Baustelle litten. Während der darauffolgenden Besichtigung der teuersten Mall in Singapur wurde ich nicht nur einmal schief von der Seite angeschaut. Im Anschluss sah ich zum ersten Mal die imponierende Skyline bei Tag.

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Abends machte ich mich mit den beiden deutschen Mädels Dominique und Antonia (kamen aus dem wunderschönen Oyten bei Achim) noch einmal auf in Richtung Skyline. Sie waren bereits einige Tage hier und kannten einige günstige Geheimtipps. Somit fuhren wir zweimal for free auf die Dächer zweier 5*-Hotels (auf dem Dach des „Surf-Hauses“ war zwei Tage zuvor David Beckham) und hatten einen überwältigenden Ausblick. Ich glaube, viel schöner kann eine Skyline bei Nacht nicht sein.

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Nachdem wir den kompletten Abend miteinander verbrachten, erlaubte ich den beiden, mir die Haare zu schneiden, da mir ziemlich direkt mitgeteilt wurde, dass meine Frisur nach dem Eklat in Kuala Lumpur wohl erheblichen Verbesserungsbedarf hatte. Also fanden wir uns Nachts um 2 Uhr im Hostel wieder – bewaffnet mit einer Plastik- und einer Nagelschere und zwei Gabeln, die als Kämme dienen sollten (ziemlich dumme Idee). Die beiden hatten sichtlich Spaß und am Ende kam sogar ein für uns alle überraschendes positives Ergebnis heraus. Wir sehen uns wohl in Neuseeland wieder – da gibt es dann den nächsten Haarschnitt.

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Am letzten Tag in Singapur genoss ich zum letzten Mal das leckere Essen in Chinatowns Hawker Centre und besuchte Singapurs Wahrzeichen Merlion, einen Sagengestalt und Mischung aus Löwe und Fisch.

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Abends traf ich Leif, einen in Singapur arbeitenden Deutschen, den ich über Lisa kennengelernt habe und der mir freundlicherweise eine Übernachtungsmöglichkeit in seiner überragenden Wohnung (unter anderem mit eigenen Whirlpool und Blick auf die Skyline auf dem Dach) angeboten hat. Das war ein etwas anderer Standard als mein 14-Betten Zimmer am Tag zuvor (viel mehr kann man sich hier aber einfach nicht leisten). Er erzählte mir auf einer Rooftopbar (lecker Bierchen für $14, soviel bezahle ich aktuell in Sumatra für fünf Tage komplette Verpflegung) viel über Singapur und Asien an sich – es war ein richtig cooler und interessanter Abend.

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Nach einer Nacht auf der Couch sollte nun mein vorerst letzter Flug gehen – und zwar in die indonesische Großstadt Medan. Insgesamt hatte ich eine tolle und spannende Woche, die mir aber aktuell auch die letzte Reiseenergie geraubt hat. Nach vier Monaten Reisen brauche ich nun nicht mehr jeden Tag eine spektakuläre Skyline oder einen traumhaften Strand sehen. Ich bin gerade viel mehr auf der Suche nach dem totalen Eintauchen in das wirkliche Leben der Menschen in den Ländern, die ich besuche. Und nach einigen Tagen in Sumatra bin ich mir sicher, dass ich in den kommenden Wochen genau das bekomme, was ich mir wünsche. Ihr dürft jetzt schon gespannt sein auf den nächsten Blog. Bis dahin; genießt Glühwein, Spekulatius und Schnee – das kann ich nämlich nicht. Und Sophia wünsche ich gute Besserung.

 

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